Zum Weltkrebstag am 04. 02. 2016

Es ist zwei Jahre her, ich bin geheilt und habe den Alptraum der ein halbes Jahr dauerte fast schon vergessen: die Chemotherapie. Heute Morgen in Ö1 hörte ich einen kurzen Beitrag mit dem Titel: Humor trotz(t) Tumor (Ein Motto der Seniorenkrebshilfe Tirol). Diesen Worten kann ich nur beipflichten und will im folgenden Text einige Tipps zur Bewältigung dieser das Leben der Betroffenen massiv verändernden Erkrankung und Therapie geben.

Dabei zwei Dinge vorweg: Was ich empfehle, hat mir persönlich geholfen und wird nicht für jeden gelten. Und zweitens: Schon jeder vierte Mensch auf der Welt wird im Laufe seines Lebens an irgendeinem Krebs erkranken. Weit über die Hälfte der Betroffenen wird geheilt werden. Bei einem großen Teil der anderen wird Krebs zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung werden und nur ein geringer Prozentsatz an Menschen wird an der Grunderkrankung sterben.

Krebs, das weiß ich von mir selber, kann auch jemanden treffen, der gesund lebte und in dessen Familie selten Krebs vorkommt. Das soll aber nicht heißen, dass ein gesundes Leben „eh nix hilft“. Im Gegenteil: Wer sich viel bewegt, sportlich ist, ohne zu Übertreiben, wer gesund isst und positiv denkt wird eine Krebserkrankung und Therapie wesentlich besser überstehen, als jemand bei dem diese Voraussetzungen nicht der Fall sind.

Tipps:

  1. Volles Vertrauen in die moderne Schulmedizin. Auch in kleineren Krankenhäusern gibt es heute spezialisierte Tumor-Teams die sich untereinander absprechen und in Kontakt mit Universitätskliniken sind. Die Schulmedizinische Therapie wird auf jeden Patienten individuell abgestimmt und setzt voraus, dass sich der Patient/die Patientin diszipliniert an alle Empfehlungen halten – z.B. an Hygiene im öffentlichen Raum und Vermeidung der leichtesten Ansteckung (z.B. Schnupfen). Ohne die Mithilfe und das Mit-Denken des Patienten hat es auch die moderne Medizin schwer.
  2. Komplementärmedizin um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie besser zu vertragen und das Immunsystem zu stärken. Mir half die Akupunktur, die ich bei einer routinierten chinesisch-österreichischen Ärztin in Anspruch nahm.
  3. Psychologische Betreuung. Erste Anspruchstelle war für mich die „Wiener Krebshilfe“, im Weiteren eine Psychotherapeutin, die mich von Woche zu Woche begleitete.
  4. Jetzt erweist sich eine gute Grundkondition als beste Ausgangslage für leichte sportliche Aktivitäten, denn eine Chemotherapie belastet den Körper wie eine schwere körperliche Tätigkeit bis zur Erschöpfung. Bei mir waren es nur Spaziergänge und Schwimmen im See oder im Meer (kein Schwimmbad). Beides, so oft es ging, mit Begleitung. Leichte Yogaübungen waren auch möglich.
  5. Teilnahme am öffentlichen Leben und Interesse an allen möglichen Themen. Ö1 ist dafür eine wunderbare Quelle, wenn das Lesen müde macht.
  6. Lachen ist, wie der Volksmund sagt, die beste Medizin. Es wirkt gegen Depressionen und Angst. Manche Menschen benötigen dazu eine Lach-Therapie oder Lach-Yoga. Mir genügten das große Angebot an Kabarett auf You-Tube, eine Auswahl an Hör CDs, an Filmen von Woody Allen oder der großartigste von allen: Ein Fisch Namens Wanda.
  7. Gesund essen und viel Wasser oder leichten (z.B. grünen) Tee trinken. Stärkende Suppen (z.B. Hühnersuppe frisch gekocht) zu sich nehmen. Vermeiden von süßen Getränken. (Hie und da darf es „ein Glaserl“ sein wenn man Lust hat)
  8. Negative Einflüsse meiden. Menschen, die blöd daher reden, eine Abfuhr erteilen.
  9. Positives annehmen, Liebe und Fürsorge annehmen.
  10. Egoistisch sein.
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Über die richtige Ernährung zur Vorbeugung und Nachsorge bei Krebs gibt es viele Theorien. Ich folge keiner, vermeide aber wie empfohlen Zucker und esse am liebsten Rot + Grün + Fisch. Erstens weil es gut schmeckt und zweitens weil diese Gemüse und der Fisch die allerbesten Antikrebs-Wirkstoffe enthalten.