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Hormonumstellungen

Als ich in der Pubertät war, erklärte mir niemand, weshalb ich mal himmelhoch jauchzend und dann wieder zu Tode betrübt war. Pubertät war kein Thema im Familienkreis. Dabei war ich in der glücklichen Lage, von Wimmerln und sonstigen Hautunreinheiten verschont zu bleiben – anders als einige meiner Klassenkameraden (ich war jahrelang mit Dispens das einzige Mädchen in einem Gymnasium für Knaben, Koedukation gab es damals ja noch nicht), die oft mit einem „Haupt voll Blut und Wunden“ in den Unterricht kamen.

Damals redeten ja auch viele Erwachsene den Jungen ein, das käme vom Masturbieren – wobei die wenigstens Teens von damals dieses Wort zu entschlüsseln wussten – auch die nicht, die Latein gelernt hatten, denn niemand erklärte ihnen, dass der Begriff von manus, Hand, und stuprum, Unzucht, hergeleitet wird. Und schon gar nicht wurde die Wirkung von Hormonschwankungen erklärt. Die Forschung dazu und deren Ergebnisse drangen erst viele Jahre später ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit – nämlich in Bezug auf die Wechseljahre.

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