Spitzen

Freitag und Samstag – 24. und 25. Juni 2016 – soll in Klagenfurt ein “Wettrennen mit Stöckelschuhen“ statffinden. Mindestens 10 cm sollen die hoch sein – und es dürfen auch Männer mitmachen.

Ist das aber lustig! Wenn die ersten sich überknöcheln oder gar stürzen. Nur Frauen-Schlamm-Ringen ist lustiger!

Mir friert meine grundsätzlich freundliche Miene ein.

Reicht es nicht, dass allen medizinischen Warnungen zum Trotz sich Frauen in High Heels hineinquälen wie Cindarellas böse Stiefschwestern – müssen sie dann auch noch das repräsentative Stehen mit plumpem Gestolpere vertauschen?

Dabei ist es erst einen Monat her, dass in Großbritannien dagegen protestiert wurde, dass manche Firmen von ihren Angestellten High Heels und Make up verlangen konnten: Die Schauspielschülerin Nicola Thorpe hatte, nachdem sie von WPC wegen zu flacher Schuhe heimgeschickt wurde, eine Kampagne gestartet und innerhalb weniger Tage tausende Unterstützungsunterschriften erhalten, darunter auch von Abgeordneten aller Parteien.

Und im Vorjahr hatten prominente ältere Filmschauspielrinnen ebenso dagegen protestiert, dass ihnen der Zugang zu Festivals verwehrt wurde, wenn sie Ballerinas trugen. In diesem Fall kommt zum Sexismus noch der Ageismus dazu – und in allen Fällen eine Missachtung der gesundheitlichen Eigenvorsorge.

Vorbild für diese Kärntner Aktion sei der jährliche Vienna City Tuntathlon (von „Tunten“), lese ich in ORF online, bei dem sich die Teilnehmenden im Stöckelschuh-Stafettenlauf, Handtaschenweitwurf und Synchronbügeln messen. Diese Form der Verspottung von Frauen finde ich auch nicht lustig.