Schlafhygiene

Wenn man nächtens aufwacht, sagte gestern der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Philipp Pichler, als er gemeinsam mit mir  auf der Podiumsdiskussion im Rathaus zum Thema Depression im Alter diskutierte, sollte man auf keinen Fall auf die Uhr schauen, wie spät es ist. Ich ergänze: Und wenn möglich (also z. B. wenn keine Stufen zu bewältigen sind), die Toilette im Dunkeln oder mit geschlossenen Augen aufsuchen um das Schlafgefühl zu bewahren.

Wenn man zu einer bestimmten Zeit aufwachsen müsse, solle man statt dessen einen Wecker stellen und dann unter dem Bett oder sonstwo, wo man ihn nicht sieht, platzieren. Das gehöre zur Schlafhygiene. Diese erfordere Dunkelheit, Stille und Kühle.

Ich kenne von meinen Klientinnen die Frage „Was kann ich tun wenn ich nicht wieder gleich einschlafen kann?“ Ich schlage dann ein deaktivierendes „Beschäftigungprogramm“ vor: Atem-Meditation im Liegen oder Dehnübungen (z. B. langsam ein Bein strecken so weit es geht, Pause, dann das andere – ist gut für die Bandscheiben in der LWS) oder an eine langsame Lieblingsmusik denken oder an eine reale sanfte Landschaft, in der man verweilen kann (Schäfchen zählen finde ich öde).

Wichtig ist, dass man sich nicht zum Einschlafen zwingen will.

Druck erzeugt Gegendruck, das verstärkt nur die „Aufladung“ in Richtung Kampfbereitschaft.

Wenn man älter wird, braucht man weniger Schlaf (und Kalorien!) – aber man muss sich „neu erfinden“ und das bedeutet auch, für neue Situationen neue Verhaltensweisen.