Multitasking

Multitasking – erstmals hörte ich diesen Begriff von Danielle Spera, die damals noch ZiB-Moderatorin war. Auf die banale, aber unumgängliche Frage von mir, wie sie denn ihren Job, ihre drei Kinder und ihre Ehe unter einen Hut bekomme, antwortete sie mir voll Stolz:

„Ich bin Meisterin im Multitasking.“

Man darf sich das so vorstellen: Während sie das große Geschehen der Weltpolitik in kleine Häppchen für die ZiB-Moderation zerlegte, schrieb sie auch an der Einkaufsliste für morgen, überlegte, welche Kleidung sie den Kindern zurecht legen müsse, fixierte den Zahnarzttermin für den Kleinsten und durfte nicht vergessen, ihren Mann zum Elternsprechtag einzuteilen. Hut ab!

Dennoch: Ich müsste einen Neurologen fragen, ob sich Danielle Spera und die anderen berufstätigen Mütter, die den Kreis zu quadrieren suchen, damit Gutes tun. Ob diese generalstabsmäßige Mehrfachbelastung dem Gehirn auf Dauer bekommt. Oder ob sie nicht eher zur Deformation einer geordneten Hirnleistung beiträgt. Ich ertappe mich heute dabei, niemandem mehr richtig zuhören zu können, ohne nicht gleichzeitig dabei auch den Tisch abräumen zu müssen oder die Schuhe im Vorzimmer gerade zu richten. Mit dem Multitasking verhält es sich doch so, wie bei einer Rede ständig unterbrochen zu werden. Ob das nicht zu mangelnder Konzentration im Alter, zu Schusseligkeit, Zerstreutheit und Vergesslichkeit führt.

Oder sind Frauengehirne mit nur einer Aufgabe unterfordert?