Happy Birthday!

Es gibt Geburtstage, die gar nicht happy sind. Vor allem Frauen empfinden so manchen Runden als Graus. Doch welcher der grauslichste ist, das wird höchst unterschiedlich erlebt. Ich erinnere mich, wie todunglücklich meine damalige Kollegin bei NEWS, die entzückende Claudia Stöckl, bei ihrem 30. Wiegenfest war. Sie hat zwar alle KollegInnen des Ressorts in eine Bar in der Innenstadt zum Feiern eingeladen, doch ihr war eher zum Weinen zumute. Sie meinte, ab jetzt sei sie alt! Oder die energiegeladene, stets wunderschöne, damalige WOMAN-Chefin Uschi Fellner! Sie gestand mir anlässlich der opulenten Großfeier ihres Vierzigsten, die ihr noch ihr damaliger Mann Wolfgang Fellner ausrichtete, dass sie sich ob ihrer Jahreszahl eher verkriechen, denn beglückwünschen lassen wolle.

Ich genoss das Vertrauen beider deshalb, weil ich in jedem Fall die Ältere war. Ich hatte den 30. und den 40. jeweils schon lange hinter mir, war damals gerade schon über den 50. gesprungen, den ich für den Rubikon zwischen Frohsinn und Finsternis hielt. Vor diesem 50er habe ich mich gewunden. Auch ich wollte ihn lieber sang- und klanglos in Betrübnis verstreichen, als mich dafür befeiern zu lassen. Doch ich hatte meine Rechnung ohne meine Kinder gemacht, die keinen Anlass zu einem großen Familienfest auslassen wollten. Sie überreichten mit ein riesiges, selbst angelegtes Fotoalbum über mein „Lebenswerk“: Senta von den Windeln bis zum letzten Kanzlerfest mit Vranitzky. Ich konnte die beiden genannten Kolleginnen trösten: Nichts wäre so schlimm wie der Fünfzigste!

Mein eigener, komischer Trost kam dann mit dem 60er! Über den tanzte ich – anders als beim 50er – überaus fröhlich und ausgesöhnt mit der Welt, geradezu begeistert drüber! Und ich bin sicher, dass diese beiden ausgemachten Vorbildladies Claudia Stöckl und Uschi Fellner, jetzt Uschi Pöttler, mittlerweile längst erfahren konnten, wie überraschend schön das Leben auch nach den irrationalen Zäsuren ihrer einst so gefürchteten runden Geburtstage sein kann.