Die Präsidentin besucht die Insel

Nun ist es ja klar, dass wir in Österreich keine Präsidentin bekommen werden.

Kroatien dagegen hat schon eine: Kolinda Grabar-Kitarovic

kolinda-grabar-kitarovic_2Als erstes Staatsoberhaupt Kroatiens nach Kaiser Franz Joseph machte sie sich die Mühe, die spärlich besiedelten Inseln Dalmatiens persönlich zu besuchen. Diese Inseln sind im Winter beinahe menschenleer, es leben  nur noch alte Leute hier, die nicht ins Altersheim an der Küste wollen. Ihre Renten sind minimal: 300 Euro! Mit Fischfang, dem Fleisch von ein paar Lämmern, mit den Kartoffeln aus dem Garten und mit dem Geld, das ihnen die nach Amerika oder Deutschland ausgewanderten Nachkommen schicken, kommen sie knapp über die Runden.

Zwei Stunden blieb die Präsidentin am 7. April 2016 auf „meiner“ Insel Olib. Sie lieh den Menschen ihr Ohr und machte diese damit glücklich. Geld, was viele erhoffen, hat sie für die Inseln keines, Kroatien ist ärmer als jede Kirchenmaus und mindestens so korrupt wie Griechenland. Die einzige Möglichkeit sieht die Präsidentin in der Hilfe der EU, die der Küste jährlich Millionen von Touristen, eine Menge Lärm und Müll beschert.

kolinda-grabar-kitarovic_1Vielleicht gelingt es der Präsidentin, aus ihrer politischen Vergangenheit Kapital für das arme Land zu schlagen. Sie war Botschafterin in Kanada, den USA, bei der Nato und sie war kroatische Außenministerin. Sie ist 48 Jahre alt, sympathisch und telegen, sie spricht vier Fremdsprachen und hat eine Vorzeigefamilie: zwei Kinder und einen Ehemann, der ihr zuliebe seinen Job als Universitätsprofessor für Seefahrt an der Uni Rijeka quittierte, der als Vater Hausmann wurde und so die Karriere seiner Frau  unterstützte.

Welcher Partei Kolinda Grabar Kitarovic angehört? Der HDZ. Aber die hat ja nicht nur einen rechten  nationalistischen Flügel, sondern auch einen christlich-konservativen. Das, zumindest, sollte man hoffen.

Aber vielleicht war alles auch nur Camouflage, eine Disziplin, in der Kroatien Meister ist.