Selbstinszenierung

Wie viele Frauen meiner Generation wurde ich noch auf bescheidenes Auftreten hin trainiert. Bestenfalls durften wir anmutig sein. Durchsetzungskraft war verpönt, und Shakespeares „widerspenstiges Käthchen“ als Drohbild – „Sonst bekommst du keinen Mann!“ – allgegenwärtig. Da ich einige Jahre das einzige Mädchen in einem Knabengymnasium war – mit Dispens, denn damals gab es noch keine Koedukation – erhielt ich Doppelbotschaften: die von der Oma und die in der Schule. Die Folge war, dass ich mich zwar in gewohnten, d. h. erlernten Situationen gut behaupten konnte, vor unbekannten aber scheute.

Ich erinnere mich noch gut, wie meine übersichere Mutter, ich im Schlepptau dahinter trappelnd, für mich Rechtswissenschaften immatrikulierte. Diese Schüchternheit habe ich erst Jahre später im Rede- und Diskussions-Training als Funktionärin einer politischen Partei verloren. Ich bin meinen Genossinnen für ihre Ermutigungen sehr dankbar.

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Warum der Name „Tao-Frau“? | Eine Absichtserklärung

Tao bedeutet im Chinesischen unter anderem „Weg“.

Als ich 1997 mein Buch „Die Tao-Frau – der weibliche Weg zur Karriere“ bei C. H. Beck, München, heraus brachte, wollte ich mir dem Titel das Verbindende herausstreichen, etwas, das Frauen sehr wichtig ist: nicht im Kampf (Yang) das jeweils Andere besiegen oder gar zu vernichten wollen, sondern ein harmonisches Miteinander zu gestalten.

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Die Tao-Frau | Rückblick & Vorschau

Als ich am 1. Oktober 2015 das fünfjährige Studium der Fachtheologie in Bestzeit abschloss, packten mich „Entzugserscheinungen“:  Auf einmal keine Seminararbeiten zu schreiben, die Masterarbeit (über evangelische im Unterschied zur römisch-katholischen  Sexualethik) abgeschlossen … ich fühlte mich unterfordert. Da kam mir die Idee, gemeinsam mit Freundinnen eine Art online-Zeitung zu gestalten für „reife“ Frauen … so als Gegengewicht zu den Girlie-Blogs, wo es nur um Mode und Kochen geht.

Mir schwebte eher vor, dass es in dieser Gemeinschaftsarbeit um Gesundheit und Gesellschaft gehen sollte – denn wie die Gesellschaft vielfach mit älteren Frauen umgeht, ist nicht unbedingt „salutogen“ – d. h. der Gesundheit förderlich.

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