Fernlieben

Heute gibt es wieder „Liebesgeschichten und Heiratssachen“, und die Liebesfreudigen sind wie fast immer schon „Jenseits von Gut und Böse“, nämlich der Zeit des Doppelbettes.

Dieses hatte ja vor allem den Sinn, dass jede Möglichkeit zur Fortpflanzung ausgenutzt werden konnte … Ist man aber nicht mehr in dem Lebensalter, in dem die nächste Generation gegründet (und bitte auch aufgezogen!) werden sollte, sondern in der nächsten Lebensphase – der der Großen Mütter und Großen Väter, die Weisheit, Würde und Anstand vermitteln sollten – sind die Lebensaufgaben andere: Die eigene Erfahrungen und Traditionen weiter geben, der mittleren Generation Unterstützung zukommen lassen, den Jüngsten von der Vergangenheit und den damaligen Fehlern erzählen, damit sie es im Zukunft besser machen können – und auch, sich selbst auf den großen Abschied vorbereiten.

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Mediocracy

Wir leben also nun in einer Mediengesellschaft, und wer ähnlich aussieht wie ein bekannter Filmstar und so schnell redet wie ein Talkmaster (auf den Inhalt kommt es ja meist nicht an, würde in der Geschwindigkeit ohnedies vom Durchschnitts“denker“ nicht verstanden) – und Wuchteln druckt wie ein Bierzeltkabarettist, dem sind die Herzen und die Zustimmung der Gleichgesinnten sicher. Das merkt man am amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Auf den „Sager“ kommt es an – Hauptsache man kann dazu gröhlen. Und dass man in die Medien kommt. Da kann die Aussage noch so tief, noch so kriminell sein …

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Rechthaberei

Etwas, wovor wir uns im fortgeschrittenen Alter wohl hüten müssen, ist das Auftrumpfen „Hab ich doch immer schon gesagt!“ Innerlich darf man schon triumphieren – aber das sollte für die Seelenbalance genügen.

Mir ging es letzthin so, als ich auf orf.online erfuhr, dass es nun auf der Wiener Südosttangente rot gefärbte Laternenmaste gäbe.

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