Fleischbeschau

Im ORF Weltjournal vom 23. März ging es, wie häufig in letzter Zeit um den Islam. Man fühlt sich verpflichtet, Andersgläubige, zum Beispiel mich, über den Unterschied zwischen Islamismus und Islam zu informieren und zu belehren. Man ist dabei bemüht, mehreren Seiten das Wort zu geben, so auch gestern Abend. Zu Wort kam ein in England tätiger, populärer, radikaler Prediger mit Bart und goldumrandeter Brille der erklärte, warum die jungen Männer orientalischer Herkunft nach Syrien und in den Dschihad ziehen und warum er für die Einführung der Scharia in ganz Europa ist. Der Grund dafür sei der westliche Lebensstil. Im Fernsehen gäbe es nur noch nackte Frauen was verabscheuenswert sei. Und auf der Strasse gäbe es zuviel nackte Haut.

Die westlichen Werte?
Die will doch keiner, sprach der Mann mit dem Rauschebart.

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Revierkämpfe

Vorigen Samstag hatte ich einen Vortrag am Hainburger Frauengesundheitstag zu halten. (Zu der seltsamen Grafik des Werbefolders habe ich schon am 28. Jänner über „Männerträume“ >>> geschrieben.)

Mein Vortrag sollte um 15.30 beginnen – aber mein Vorredner, der Gynäkologieprimar des Landesklinikums Hainburg, machte keine Anstalten, das Rednerpult zu räumen. Also marschierte ich wagemutig um 15.25 in den Vortragssaal und nahm demonstrativ mit meinen Unterlagen einen Sitz in der ersten Reihe in Beschlag.

Der Herr Primar reagierte wütend: Er wies mich in die Schranken, mit dem Hinweis „er dürfe bis 15.30 reden“.

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Der größte Fehler ihres Lebens

„Sie ist wieder da“. Unter diesem Titel erschien im SPIEGEL 11 ein umfassender Artikel, der das Phänomen „Zurück an den Herd“ beschreibt. Es geht um Deutschlands junge Akademikerinnen, denen alle Berufe offen stehen, die aber mit der Geburt der Kinder in den Haushalt wechseln, um dort länger als von der Politik vorgesehen zu bleiben. Geld, so sagen sie, sei ihnen nicht wichtig. Sie wollen das Familienglück. Warnungen, sie könnten irgendwann auf der Strasse stehen, schlagen sie in den Wind. Dazu fällt mir die Geschichte meiner Freundin Margit ein, die heute sagt, sie habe durch ihr Versäumnis, wieder in den Beruf einzusteigen, den größten Fehler ihres Lebens begangen.

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Monogamie

„Osternest im Heft!“ und „Vorstadtmänner“, „Achtung Schnäppchen!“ und dann „Monogamie – alles Lüge? So betrügen Frauen (immer häufiger und immer raffinierter)“ lese ich auf dem Inserat mit dem Cover der Zeitung WOMAN.

Interessante Verknüpfung: „Monogamie“ und „Betrügen“! Hat da eine mit der Moralkeule zugeschlagen?

Denn: „Betrügen“ – also ein Versprechen oder einen Vertrag zu brechen, hat doch nichts mit Monogamie zu tun! Das eine ist ein Verhalten – mal listig, mal sportlich, mal risikofreudig, mal ausbeuterisch, … immer jedoch unehrlich; das andere ist ein beobachtbares Phänomen – entweder eine juristische Vorschrift oder eine Selbstverpflichtung, egal aus welchen Gründen. Bequemlichkeit etwa. Oder Energiemangel, Lethargie, Depression. Oder Repression: Um Menschen unter Kontrolle zu halten und Angst auszulösen, wenn ihnen nicht gelingt, nur einer Person die sexuelle Treue zu halten. Das aber hat mit der Tiefe der jeweiligen Beziehung zu tun.

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Was Frauen wollen

„Was Frauen wollen“ titelte die „Kleine Zeitung“ am 8.März, dem internationalen Frauentag. Was wollen Frauen? Sie wollen Kinder, ein Heim, einen  liebvollen Mann und einen erfüllenden Beruf, der sie vom Partner finanziell unabhängig macht, sollte dieser sich ungut benehmen oder sich in eine jüngere und schönere verlieben, der er noch was beibringen kann. Dass Frauen all dies nur in seltenen Fällen bekommen, ist bekannt. Es ist die zeitlich ausgepumpte Alleinerzieherin, die als selbstständig wirtschaftende Einzelunternehmerin versucht, über die Runden zu kommen. Es ist die Angestellte, die auf das Verständnis der Arbeitgeber pocht, weil sie Kinder und Haushalt präzise organisieren muss. Es ist die Arbeiterin, die ihre Arbeit am Fliessband herunterspult und dabei an Zuhause denkt. Es ist aber auch die gut verdienende, berufstätige Mutter die sich ein Kind leistet, ohne den Vater mit einzubeziehen. Ein Glück, wenn es eine Tochter ist.

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Internationaler Frauentag

Internationaler Frauentag – und in den Medien dreht sich alles um Gewalt gegen Frauen: Das Team Stronach verteilt Pfeffersprays, der ORF lässt Promis Bekenntnisse gegen Gewalt sprechen, die Tageszeitungen berichten von der sexuellen Übergriffen und der nach wie vor schreienden Entlohnungsungerechtigkeit … und aus der Pharma-PR kommt der tagesaktuelle Hinweis, was frau gegen Wechselbeschwerden tun kann …

Damit wird Frau zum Objekt von PR herabgewürdigt.

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Die Drau

Am Weltfrauentag denke ich an einen wunderbaren Fluss: DIE DRAU

Von Innichen aus wandere ich zum Flussbett der Drau die aus ihren Quellen im Wald quer über das Toblacher Feld fließt, ein von Grassoden beinahe erdrücktes, dünnes Bächlein aus dem nach hunderten Kilometern ein mächtiger Fluss werden wird. Gesäumt von Haseln und Weiden sucht sie ihren Weg über das Feld in Richtung Norden bis sie, in der Talsohle, von einer fernen Kraft angezogen, einen Bogen macht und auf nur wenigen Metern um 90Grad die Richtung wechselt. Von da an wird sie ostwärts bis in Donau und mit dieser ins Schwarze Meer fließen, sie wird der einzige in Italien geborene Fluss sein, den es nicht ins Mittelmeer zieht.

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Schneeberichte

taofrau_schneeberichte_01Endlich gibt’s im Süden Schnee. Endlich kann ich Schi fahren. Seit ich mir meine Zeit frei einteilen kann, beginnt die Schi Saison für mich immer erst Ende Februar. Dafür dauert sie bis April. Am Weg über das Mölltal nach Südtirol machte ich für zwei „Einfahrstunden“ in St.Oswald/Bad Kleinkirchheim halt. Dort fühlte sich der Schnee auf der Piste, eine Mischung aus Kunstschnee und dem frisch gefallenen von vorgestern wie frisch gegossener Beton an.

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