Gedanken über die Freiheit das gute Benehmen

Als Benutzerin der Linie U6 in Wien bin ich mitten in der neuen Wiener Gesellschaft, unter Kopftuchmüttern mit zwei oder mehr Kleinkindern auf dem Weg ins AKH, unter Jugendlichen sämtlicher Hautschattierungen, die ihrem Sozialstatus gemäß gestylt sind, unter ehrwürdigen, älteren Zuwanderern, die meist paarweise unterwegs sind (bei denen nicht immer nur die Frauen jene sind die schweigen), unter armen Teufeln mit riechbaren Alkoholproblemen (auf amerikanisch: white trash) und unter Verrückten.

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Fernlieben

Heute gibt es wieder „Liebesgeschichten und Heiratssachen“, und die Liebesfreudigen sind wie fast immer schon „Jenseits von Gut und Böse“, nämlich der Zeit des Doppelbettes.

Dieses hatte ja vor allem den Sinn, dass jede Möglichkeit zur Fortpflanzung ausgenutzt werden konnte … Ist man aber nicht mehr in dem Lebensalter, in dem die nächste Generation gegründet (und bitte auch aufgezogen!) werden sollte, sondern in der nächsten Lebensphase – der der Großen Mütter und Großen Väter, die Weisheit, Würde und Anstand vermitteln sollten – sind die Lebensaufgaben andere: Die eigene Erfahrungen und Traditionen weiter geben, der mittleren Generation Unterstützung zukommen lassen, den Jüngsten von der Vergangenheit und den damaligen Fehlern erzählen, damit sie es im Zukunft besser machen können – und auch, sich selbst auf den großen Abschied vorbereiten.

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Mediocracy

Wir leben also nun in einer Mediengesellschaft, und wer ähnlich aussieht wie ein bekannter Filmstar und so schnell redet wie ein Talkmaster (auf den Inhalt kommt es ja meist nicht an, würde in der Geschwindigkeit ohnedies vom Durchschnitts“denker“ nicht verstanden) – und Wuchteln druckt wie ein Bierzeltkabarettist, dem sind die Herzen und die Zustimmung der Gleichgesinnten sicher. Das merkt man am amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf.

Auf den „Sager“ kommt es an – Hauptsache man kann dazu gröhlen. Und dass man in die Medien kommt. Da kann die Aussage noch so tief, noch so kriminell sein …

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Rechthaberei

Etwas, wovor wir uns im fortgeschrittenen Alter wohl hüten müssen, ist das Auftrumpfen „Hab ich doch immer schon gesagt!“ Innerlich darf man schon triumphieren – aber das sollte für die Seelenbalance genügen.

Mir ging es letzthin so, als ich auf orf.online erfuhr, dass es nun auf der Wiener Südosttangente rot gefärbte Laternenmaste gäbe.

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Pausieren

„Was ist los mit Dominik Thiem?“ wird heute (29. Juli)  in den Salzburger Nachrichten gefragt, denn nach der Aufgabe im ATP-Masters-1000-Turnier in Toronto gäbe seine Fitness Rätsel auf und machen den Trainer ärgerlich.

Was mich wundert, ist, dass man(n) sich offensichtlich wundert, wenn ein Mensch – und auch Spitzensportler sind nur Menschen! – nicht wie eine Maschine funktioniert.

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Fußfrei

Ahh. Endlich barfuß! Für mich ist das barfuß Laufen im Sommer eines der schönsten Sommergefühle nach dem Schwimmen. Es bedeutet Freiheit. Barfuß auf der Wiese. Barfuß im Sand. Ja, sogar barfuß am Asphalt wenn er nicht zu heiß ist. Ein weiteres köstliches Sommergefühl ist der Verzicht auf Makeup. Ich meine, ich trag ja sonst auch keine Schminke, außer in der Stadt wenn ich ausgehe. Da leg ich ein wenig auf. Die Schminkerei kommt eindeutig aus England und den USA, dort ist eine Frau wie „nackt“ wenn sie sich nicht schminkt. Es soll sogar  Frauen geben, die eine „Nachtschminke“ auflegen. Au wei! Für wen denn? Für den Göttergatten? In Kroatien übrigens heißt eine schicke Städterin „Sminkerica“. Schminken also bedeutet eine gewisse „cultura“ und dazu gehören auch die High Heels und engen Röcke der „Sponsorice“, das sind die Frauen, die sich von einem Sugar Daddy aushalten lassen.

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Spitzen

Freitag und Samstag – 24. und 25. Juni 2016 – soll in Klagenfurt ein “Wettrennen mit Stöckelschuhen“ statffinden. Mindestens 10 cm sollen die hoch sein – und es dürfen auch Männer mitmachen.

Ist das aber lustig! Wenn die ersten sich überknöcheln oder gar stürzen. Nur Frauen-Schlamm-Ringen ist lustiger!

Mir friert meine grundsätzlich freundliche Miene ein.

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Im Börserl

Ich habe meine Brieftasche mit allen Kreditkarten an einem Ort vergessen, an dem sie sicher ist. An den Ort komme ich erst in einigen Wochen zurück. Also habe ich von der Bank Geld abgehoben, das war möglich. Und in mein Börserl getan. Seit mir kein Bankomat Geld ausspuckt, gebe ich automatisch weniger Geld aus. Ich haushalte mit meinem Budget, das sichtbar in Form von Geldscheinen und Münzen im Börserl ist.

Immer mehr Menschen zahlen angeblich mit Kreditkarte. Immer mehr Menschen wollen auch im Supermarkt mit dem Handy zahlen. Und immer mehr Menschen sitzen in der Schuldenfalle. Ich behaupte, nach einer Woche Selbstversuch, dass das Geldholen aus dem Bankomaten und das Bezahlen mit Plastikkarten Schuld dran ist, dass die Menschen den Überblick über ihre finanziellen Möglichkeiten verlieren.

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